Zeit der Kraniche


Die Kraniche kommen. Jedes Jahr wiederholt sich das einzigartige Naturschauspiel, und es zieht uns nach dem Norden – Kraniche gucken und die Kraft des Lebens spüren. Sie kommen zu Tausenden aus Schweden, wo sie den Sommer verbracht haben, und machen auf dem Weg in die Winterquartiere im Süden Spaniens bei uns Rast. Eine ganze Reihe dieser Rastplätze gibt es auf der Halbinsel Fischland/Darß. Am Tag fressen sie sich satt auf den Feldern südlich der Vorpommerschen Boddenlandschaft. Besonders gut sind die liegen gebliebenen Maiskörner geeignet, Fettreserven für den langen Flug nach Süden aufzubauen. Zum Abend fliegen die Kraniche dann in Scharen zu ihren Schlafplätzen auf der Insel Kirr im Barther Bodden. Hier gibt es eine gut geeignete Aussichtsplattform westlich des Ostseeheilbades Zingst (gleich gegenüber der Netto-Kaufhalle, am Ortseingang). Besonders gut kann man sie jedoch im Nationalpark von den Plattformen am Pramort im Anflug auf die Schlafplätze sehen. Der Pramort liegt ganz im Norden der Halbinsel Zingst. Eine Aussichtsplattform erlaubt den Blick nach Osten über ein riesiges Windwatt. Mehr oder weniger von Wasser bedeckt liegt es vor den Inseln Bock und Werder. Die Kraniche stehen hier im Wasser und schlafen.
Wir haben am Kurhaus Zingst eine Exkursion „Erlebnis Kranich“ gebucht, in Begleitung einer Rangerin. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Natürlich kann man den Pramort auch allein erreichen, mit dem Fahrrad, obwohl es doch ziemlich weit ist. Aber die Erklärungen der Rangerin, das Gefahrenwerden mit der Pferdekutsche und die anderen „Sehenswürdigkeiten“ auf dem Weg zum Pramort sind es wert, sich einer kleinen Gruppe wissensdurstiger Naturliebhaber anzuschließen. Auf dem Weg haben wir die Hohe Düne erreicht. Von einer Aussichtsplattform aus kann man den besucherfreien Strand der Ostsee sehen, aus der Ferne erblickt man die Hirsche mit ihren kleinen Gruppen an Hirschkühen und vor allem hört man sie, denn es war Brunstzeit. Die Wildschweine waren in der Dämmerung auch aktiv. Auf alle Fälle ein gutes Fernglas mitnehmen!

Die Hohe Düne: Der weiße Sand türmt sich bis 14 m hoch und bildet das größte unbewaldete Dünenfeld an der Deutschen Ostseeküste.

Für alle, die es nachmachen wollen – während des Kranichzuges ist das Gebiet östlich der Nationalparkausstellung täglich ab 15 Uhr gesperrt. Es werden am Kurhaus Zingst und am Kontrollpunkt in der Sundischen Wiese 80 Karten für das Beobachten des abendlichen Kranichfluges ausgegeben. Näheres erfahren Sie auf der Internetseite Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Hier ein kleiner Eindruck: Die Kraniche fliegen zu den Schlafplätzen.
Unseren Kurzausflug an die Ostsee haben wir auch noch mit einem anderen Ereignis verbunden: einmal im Leben Gutsherrin sein, das war mein Traum. Im Schloss Pütnitz, liebevoll restauriert, gelegen im Recknitztal, ganz unmittelbar bei Ribnitz-Damgarten kann man Ferienwohnungen buchen. Die Gutsparkanlage und die Atmosphäre lassen alte Zeiten in Mecklenburg-Vorpommern wieder aufleben. Nur zu empfehlen. Hier die Internetseite: Schloss Pütnitz

Und zum Schluss unserer Reise noch ein paar Eindrücke von der Ostsee im Herbst, Graal-Müritz, Ahrenshoop, Perow sind auch um diese Zeit wunderschön und die Strände sind leer.

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