Zeit der Kraniche


Die Kraniche kommen. Jedes Jahr wiederholt sich das einzigartige Naturschauspiel, und es zieht uns nach dem Norden – Kraniche gucken und die Kraft des Lebens spüren. Sie kommen zu Tausenden aus Schweden, wo sie den Sommer verbracht haben, und machen auf dem Weg in die Winterquartiere im Süden Spaniens bei uns Rast. Eine ganze Reihe dieser Rastplätze gibt es auf der Halbinsel Fischland/Darß. Am Tag fressen sie sich satt auf den Feldern südlich der Vorpommerschen Boddenlandschaft. Besonders gut sind die liegen gebliebenen Maiskörner geeignet, Fettreserven für den langen Flug nach Süden aufzubauen. Zum Abend fliegen die Kraniche dann in Scharen zu ihren Schlafplätzen auf der Insel Kirr im Barther Bodden. Hier gibt es eine gut geeignete Aussichtsplattform westlich des Ostseeheilbades Zingst (gleich gegenüber der Netto-Kaufhalle, am Ortseingang). Besonders gut kann man sie jedoch im Nationalpark von den Plattformen am Pramort im Anflug auf die Schlafplätze sehen. Der Pramort liegt ganz im Norden der Halbinsel Zingst. Eine Aussichtsplattform erlaubt den Blick nach Osten über ein riesiges Windwatt. Mehr oder weniger von Wasser bedeckt liegt es vor den Inseln Bock und Werder. Die Kraniche stehen hier im Wasser und schlafen.
Wir haben am Kurhaus Zingst eine Exkursion „Erlebnis Kranich“ gebucht, in Begleitung einer Rangerin. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Natürlich kann man den Pramort auch allein erreichen, mit dem Fahrrad, obwohl es doch ziemlich weit ist. Aber die Erklärungen der Rangerin, das Gefahrenwerden mit der Pferdekutsche und die anderen „Sehenswürdigkeiten“ auf dem Weg zum Pramort sind es wert, sich einer kleinen Gruppe wissensdurstiger Naturliebhaber anzuschließen. Auf dem Weg haben wir die Hohe Düne erreicht. Von einer Aussichtsplattform aus kann man den besucherfreien Strand der Ostsee sehen, aus der Ferne erblickt man die Hirsche mit ihren kleinen Gruppen an Hirschkühen und vor allem hört man sie, denn es war Brunstzeit. Die Wildschweine waren in der Dämmerung auch aktiv. Auf alle Fälle ein gutes Fernglas mitnehmen!

Die Hohe Düne: Der weiße Sand türmt sich bis 14 m hoch und bildet das größte unbewaldete Dünenfeld an der Deutschen Ostseeküste.

Für alle, die es nachmachen wollen – während des Kranichzuges ist das Gebiet östlich der Nationalparkausstellung täglich ab 15 Uhr gesperrt. Es werden am Kurhaus Zingst und am Kontrollpunkt in der Sundischen Wiese 80 Karten für das Beobachten des abendlichen Kranichfluges ausgegeben. Näheres erfahren Sie auf der Internetseite Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Hier ein kleiner Eindruck: Die Kraniche fliegen zu den Schlafplätzen.
Unseren Kurzausflug an die Ostsee haben wir auch noch mit einem anderen Ereignis verbunden: einmal im Leben Gutsherrin sein, das war mein Traum. Im Schloss Pütnitz, liebevoll restauriert, gelegen im Recknitztal, ganz unmittelbar bei Ribnitz-Damgarten kann man Ferienwohnungen buchen. Die Gutsparkanlage und die Atmosphäre lassen alte Zeiten in Mecklenburg-Vorpommern wieder aufleben. Nur zu empfehlen. Hier die Internetseite: Schloss Pütnitz

Und zum Schluss unserer Reise noch ein paar Eindrücke von der Ostsee im Herbst, Graal-Müritz, Ahrenshoop, Perow sind auch um diese Zeit wunderschön und die Strände sind leer.

Abenteuer Sibirien, 7. Etappe – Die Rückreise

Am nächsten Morgen treten wir die Rückreise an, mit dem Minibus bis Irkutsk, dort einen Nacht bei Galina, dann der Flug mit Aeroflot bis Moskau und Umsteigen nach Dresden. Zwei Tage und wir sind wieder zu Hause, sechs Stunden Zeitunterschied überwindend.
Wenn wir uns auch auf den Komfort in Deutschland wieder freuen, so sind wir doch glücklich, dieses Abenteuer unternommen zu haben. Was hat es uns gebracht? Wunderschöne, unvergessliche Eindrücke über die Schönheit der Natur auf unserem Planeten, Gespür und Erfassen der Weiten Russlands und Sibiriens, Erweiterung unseres politischen und sozialen Blickfeldes und nicht zuletzt Dankbarkeit den Menschen gegenüber, die uns in Freundschaft und Vertrauen auf dieser Reise begegnet sind.

Der Schamanenfelsen im Sonnenuntergang.
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Abenteuer Sibirien – Auf der Insel Olchon

Nun sind wir auf der Insel Olchon. Es ist die größte Insel im Baikalsee, 114 km lang und 15 km breit. Zwischen der Insel und dem Festland liegt das Kleine Meer. Auf der Insel findet man eine überwältigende Vielfalt der Landschaft. Weite Steppenwiesen, Sandstrände mit Dünen, Marmorfelsen in der Ebene und steile Klippen am Meer. Die Flora wandelt sich im Verlaufe der Insel, im Südwesten findet man Lärchenwälder, im Nordosten gibt es Steppenlandschaft. Am Nordkap vereinigt sich das Kleine Meer mit dem offenen Baikalsees (das Große Meer).

Unterwegs auf der Insel. Blick auf das Festland, dazwischen das Kleine Meer.

Von Olchon aus kann man Ausflüge buchen, meistens Routen an das Nordkap oder in den Süden der Insel. Begleitet werden wir von einem einheimischen Führer, der uns auch bereitwillig in die Mythologie des Landes einweist. Es sind unzählige kleine Minibusse mit Touristen unterwegs, die die Sehenswürdigkeiten der Insel abfahren. Auf unserer Route nach Norden besuchen wir das Cap Khoboy, welches den Baikalsees überragt und an dem man die kleinen Baikalrobben sehen kann. Der Ausblick auf den Baikal ist grandios.
Das Kleine Meer
Buchten und Sandstrände auf der Insel
Beim Fischerdorf am Sandstrand, wo es ehemals einen Betrieb für Fischerverarbeitung und ein Arbeitslager gegeben hat.
Schroffe Felsen und klares Wasser
Im Süden der Insel
Zu Gast bei den Burjaten

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist jedoch der Schamanenfelsen bei Chuzir, eine heilige Stätte der Burjaten, die für Rituale genutzt wird. Dieser Felsen ist eines der Heiligtümer Asiens.
Der Schamanenfelsen und das Kleine Meer.
Am Schamanenfelsen.

Von besonderer Schönheit sind die Steppenwiesen. Es ist eine derartig große Vielfalt an üppig und bunt blühenden Pflanzen, wie man sie nur aus Steingärten kennt. Leider ist der Botaniker in mir zu gering ausgebildet worden, dass ich diese Pflanzen zuordnen könnte. Man möchte überhaupt nicht einen Fuss vor den anderen setzen, immer in Sorge darüber, dass man etwas zertritt.
Schon der Pflanzen wegen würde ich die Insel gern noch einmal besuchen, aber nur mit einem botanischen Buch in der Hand.
Wir haben auf der Insel zwei Tage verbracht, ohne An- und Abreise gerechnet. Dies ist definitiv zu wenig Zeit. Man benötigt doch etwas Freiheit, um die Insel in vollen Zügen genießen und nach der langen Reise aufatmen zu können.

Wir nehmen Abschied vom Baikal, von Sibirien und von Russland.

Abenteuer Sibirien , 6. Etappe – Auf dem Weg nach Chuzir, Insel Olchon


Mit einem Kleinbus begeben wir uns am nächsten Tag von Listwjanka auf den Weg zur Insel Olchon im Baikalsee. Zunächst halten wir am Museumsdorf Talzy und verbringen dort einige Stunden. Das Museum wurde 1966 gegründet und beherbergt historische Baudenkmäler aus dem 17. bis 19. Jahrhundert aus dem Gebiet Irkutsk.
Mehr als 30 Bauten wurden hier wiedererrichtet, ein Ewenken-Lager, burjatische Jurten, Bauern- und Kosakenhäuser, Kirchen und eine Holzfestung. Eine Besichtigung lohnt sich, vieles ist noch im Aufbau.

Bei den Kosaken zu Gast, die Küche
Bei den Kosaken zu Gast, die Gebetsecke
So baue man ein richtiges Holzhaus

Anschließend fahren wir weiter. Unser Fahrer sagt, dass es noch fünf Stunden Fahrzeit sind, da bleibt mir vor Schreck der Mund offen. Es sieht auf der Karte alles so nahe aus. Schließlich gelangen wir an die Autofähre, die kostenlos ist.

Mit der Autofähre auf die Insel Olchon
Auf der anderen Seite muß der Fahrer mit dem Kleinbus rückwärts von der Fähre herunterfahren, dass würde auch nicht jedem gelingen. Was wir für eine geschulte Spezialität an Fahrer haben, merken wir jedoch erst auf der Insel. Hier gibt es keine Asphaltstraßen mehr. Irgendwann war die Erde breit geschoben worden und so ist eine Straße entstanden, allerdings hat sie viel Verzweigungen und parallel laufende Wege. Wir hätten uns in diesem Dschungel an Wegen längst verirrt. Besonders schlimm ist, dass die Strassen ausgefahren sind und tiefe Gruben den Weg bestimmen. Wenn der Kleinbus in Schieflage kommt, dann fragt man sich, ab welchem Neigungswinkel der Bus umstürzen wird. Das Ergebnis dieser Fahrt war, dass am Ende die Automatik der Seitentür nicht mehr funktionierte und die Hecktüren nicht mehr geöffnet werden konnten. Wir übernachten im Minihotel Baikal des Reiseveranstalters Baikalterra, gelegen am Ortsrand des Dorfes Chudzir, direkt am Baikal, etwa in der Mitte der Längsachse der Insel. Dieses Minihotel ist im Jugendherbergsstil, in den letzten Jahren sicher gewachsen und hat auch kleine Bungalows. Die Zimmer sind sehr klein, unsere Dusche läuft aus, ergießt sich im Bad, der Handwerker wird gerufen, kommt nicht und nach zwei Tagen erträgt man es einfach. Das Frühstück ist karg, täglich irgendeine Kascha (Brei) von Hirse, über Hafer bis Gerste. Dazu belegte Brote auf Zuteilung. Verhungern werden wir nicht.
Auf dem Weg nach Chuzir, die Hauptstadt der Insel Olchon.
Das Minihotel Baikal

Abenteuer Sibirien, 5. Etappe – Auf der alten Baikaltrasse und Listwjanka

Heute fahren wir mit dem Touristenzug Nr. 934 um 7:45 Uhr Ortszeit vom Hauptbahnhof Irkutsk nach Sludjanka. In Sludjanka beginnt die 89 km lange, meist eingleisige Strecke der Baikalbahn, die zwischen 1902 und 1904 als Teil der Transsibirischen Eisenbahn erbaut worden war und am südwestlichen Ufer des Baikalsees entlang führte. Zahlreiche Tunnel durch Felsen und Brücken über Flüsse und Bäche mußten erichtet werden.

Tunnel an der Strecke
Aufgrund des Baus des Irkutsker Stausees 1951 ist der Wasserspiegel der Angara angestiegen, der ehemalige Streckenabschnitt mußte stillgelegt und die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn verlegt werden. Heute kann man etwa 7 km mit einem Touristenzug befahren und 39 Tunnel ansehen. In Sludjanka findet an unserem Zug ein Lokwechsel statt, anstelle der Elektrolok wurden zwei Dampfloks vorgespannt.
Die Elektrolok wird auf der alten Streckenführung durch zwei Dampfloks ausgetauscht.
Der Bahnhof in Sludjanka ist vollständig aus Marmorblöcken gebaut.
Ab hier fährt dann der Zug auf der alten Baikaltrasse entlang, manchmal direkt am Ufer. Der Zug hält mehrmals zum Aussteigen und Besichtigen der alten Streckenführung. Die Reiseleiterin erklärt uns die historischen Hintergründe und den Bau der Trasse, der Tunnel und Galerien. Die Fahrt endet in Port Baikal um 19:30 Uhr. Es ist eine erlebnisreiche Zugfahrt mit vielen Ausblicken auf wunderschöne Natur.
An der Trasse wurden Tunnel in den Berg gebaut und das Wasser wird in den See abgeleitet.
Was die Dorfbewohner an der Baikaltrasse verkaufen: Zedernzapfen und -kerne sowie Omul, den traditionellen Fisch aus dem Baikal

In Port Baikal nehmen wir das Fährschiff, um den Angara-Abluß zu queren. Kennen Sie die Legende? Angara, die einzige und schöne Tochter des Vater Baikal verliebte sich in den Jüngling Jenissei und flüchtete zu ihm. Der Vater warf ihr aus Zorn einen großen Felsbrocken nach, der bei Listwjanka als Schamanenstein aus dem Wasser ragt und die Grenze zwischen Baikal und Angara markiert. Mit ihrem Geliebten, dem Jenissei, vereinigt sich die Angara nördlich von Krasnoyarsk und bis dahin bildet sie mehrere Stauseen, die größten bei Irkutsk und Bratsk. Söhne, das heißt Zuflüsse, hat der Baikal mehr als 300. Wir nehmen Quartier in Sasha’s Guesthouse in Listwjanka. Es ist ein kleines Hotel, neu gebaut, mit Ausstattung im europäischen Standard und sehr freundlichem Personal. Die Küche ist auch super. Wir genießen die kurze Zeit. Listwjanka selbst ist ein kleiner Touristenort, der weiter ausgebaut werden soll. Für alle Nachmacher: In Listwjanka sollte man einen Tag länger bleiben, vielleicht auch mehr.

Die Unterkunft in Sasha’s Guesthouse in Listwjanka
Omul überbacken mit Käse – ein Gedicht

Abenteuer Sibirien – In Irkutsk

Irkutsk – die Partnerstadt von Chemnitz, sagt meine Kindheitserinnerung. Die Stadt liegt an der Angara, dem einzigen ABFLUSS aus dem Baikalsees. Bis zum Baikal sind es immerhin noch 70 km. Irkutsk entstand aus einem Kosakenfort und ist mehr als 350 Jahre alt. In der Stadt gibt es noch sehr viele Holzhäuser der sibirischen Architektur.

Die Holzhäuser der Stadt zeugen von einer Jahrhunderte alten Tradition.

Besonders schön sind die Dekorationen an den Fenstern der Häuser mit an Spitzenborte erinnernden Einfassungen, manche sind noch sehr gut erhalten.
Wir besuchen die ehemaligen Häusern von zwei Dekabristen, in denen die Familien von Sergei Trubezkoi und von Sergei Wolkonski gewohnt haben und die heute als Museum zu besichtigen sind.
Beide Dekabristen waren Fürsten, wurden 1826 im Zusammenhang mit dem Dekabristenprozess zu Zwangsarbeit und Verbannung in Sibirien verurteilt, ihre Frauen folgten ihnen in die Verbannung. Im Jahr 1845 siedelte sich die Familie Trubezkoi in Irkutsk an. In diesem Hause wurde 1970 die erste Ausstellung über die Geschichte des Dekabristenaufstands und das Schicksal der Dekabristen eröffnet. Heute bietet das Museum eine Menge Wissenswertes über die Dekabristen, zum Teil mit originalen Erinnerungsstücken bis hin zum Möbliar. In einer benachbarten Straße wurde 1985 auch der Gutshof der Familie Wolkonski als Museum eröffnet. Für uns öffnet der Besuch in den Museen ein weiteres bisher recht unbekanntes Kapitel der russischen Geschichte und erweitert den Horizont drüber, welches Schicksal das Wort „Sibirien“ für die Menschen über Jahrhunderte hinweg bedeutete. Interessanterweise hatten wir einige Irkutsker Passanten und unsere Gastgeber befragt, wo denn die Museen sind – die Auskünfte waren eher vage.

Der Gutshof der Familie Trubezkoi in Irkutsk
Der Gutshof der Familie Wolkonski in Irkutsk
Da die beiden Gutshöfe doch etwas am Stadtrand liegen, aber doch zu Fuß zu erreichen sind, führt unser Weg zurück über den Zentralmarkt, der in russischer Tradition geführt und sehenswert ist. Anschließend kommen wir durch das Quartier 130. In Wikipedia steht dazu: eine spezielle Zone des historischen Wiederaufbaus. In diesem Wohnbezirk entstanden Holzhäuser am Anfang des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 2008 zum 350. Jahrestag der Stadt wurde beschlossen, hier eine besondere historische Zone einzurichten. Die alten verfallenen Häuser wurden abgerissen und mit neuaufgebauten Häusern ersetzt. Heute findet man in diesem Quartier Restaurants, Cafés, Hotels und Wohnhäuser.
Rekonstruktion von Häusern im Quartier 130

Und was kann man noch in Irkutsk unternehmen? Wir machen einen Bootsfahrt auf der Angara und erfassen vom Fluß aus die Größe der Stadt, das wunderschöne Stadtbild mit den vielen Kirchen im russisch-orthodoxen Stil, und wir lassen uns einfach auf der Uferpromenade treiben.

Abenteuer Sibirien, 4. Etappe Taischet – Irkutsk

In Irkutsk kommen wir am Hauptbahnhof am nächsten Morgen um 7:18 Ortszeit an, nach Moskauer Zeit in der Nacht. Hier endet nun unsere Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Wir haben 6 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland. Wir werden abgeholt und zu Galina gebracht. Sie wohnt im Zentrum von Irkutsk und vermietet Zimmer in einem 150 Jahre alten Holzhaus. Das Haus ist bisher nicht renoviert. Jede Familie bekommt ein ganz kleines Zimmer. Bei unserem Zimmerfenster ist das Fensterbrett außen in der Höhe des Fussweges. Über Jahrzehnte hat man den Fußweg und die Straße mit Asphalt erhöht und das Haus gleich mit eingefaßt. Galina ist eine jung erscheinende Dame mit einem immerwährenden Redeschwall, sehr freundlich und hilfsbereit. Sie hat für unser Frühstück Bliny bereitet, die wir mit Salat herzhaft oder süß mit vier verschiedenen Marmeladen (Warenije) verspeisen. Die Beeren des Sommers lassen grüßen. Dann beginnen wir unseren Besichtigungsspaziergang in die Stadt an der Ankara.

Galinas Holzhaus auf der Hofseite

Abenteuer Sibirien – In Birjusa

Wir werden am Bahnhof in Taischet abgeholt und mit dem Auto geht es etwa 15 km zum Dorf Birjusa am gleichnamigen Fluß. Birjusa ist mit seiner etwa 360-jährigen Geschichte das älteste Dorf im Kreis Taischet. Es befindet sich auf einer Insel im Fluß. Seinen Namen haben Fluß und Dorf in Anlehnung an einen ethnischen Stamm der Tataren, die in diesem Gebiet lebten.

Am Fluss Birjusa, der 1,12 km lang ist und dessen Wasser irgendwann in der Angara ankommt.
Gleichzeitig mit der Ansiedlung von Kosaken in Sibirien kamen in dieses Gebiet auch Verbannte, die an den Bauernaufständen teilgenommen oder sich gegen die Zarenherrschaft erhoben hatten. Durch Birjusa verlief der alte Sibirische Trakt, die alte Heer- und Handelsstraße, die quer durch Sibirien Moskau mit Irkutsk verband. Diesen Weg nahmen auch die Dekabristen. Heute leben in Birjusa etwa 600 Menschen. Das Dorf wurde auch bekannt durch ein Kinderheim, das 1932 für Kinder von Verbannten, die sich in Arbeitslagern befanden, gegründet war. Später lebten hier auch obdachlose Kinder in den Zeiten des Krieges und von Alkoholikern. Seit Ende der 1990-er Jahre war das Kinderheim von Doris Knop,ihrer Familie und vielen Freiwilligen finanziell und materiell unterstützt worden. 2014 wurde das Kinderheim geschlossen, obwohl es noch 30 Kinder gab, und brannte schließlich ab.
Valentina, unsere Gastgeberin, empfängt uns mit Freuden in ihrem Haus. Das Frühstück steht schon bereit. Obwohl ich mir so meine Gedanken gemacht hatte, wo wohl 8 Personen schlafen werden, ist dies überhaupt kein Problem. Alle Zimmer des kleinen Häuschens stehen zur Verfügung und wir nutzen ausklappbare Sessel, Couch und Bett zum Schlafen. Fließend Wasser gibt es nicht, dafür hat das Grundstück zwei Brunnen für das Trink- und Gießwasser. Valentina nutzt inzwischen die Sommerküche zum Leben und Schlafen. Besonders schön ist Valentinas Garten, da muss man kein Gras hauen. Viele Gemüse- und Blumenbeete, Obststräucher, die Pflanztöpfe bemalt und liebevoll arrangiert.
Die Balkonblumen zieht Valentina alle selbst und wie wunderbar sie doch gedeihen.
Man fragt sich, wie man in den wenigen Monaten des Sommers solche kräftigen Pflanzen heranziehen kann, wahrscheinlich mit sehr viel Liebe zur Natur. Der Hof wird von einem großen Hund bewacht, der immer (?) an der Leine liegt.
Das Wohnhaus von Valentina und die Gemüse- und Blumenbeete
Zu Valentinas Anwesen gehört auch die Sommerküche mit der Banja daneben. Hier kann man im Sommer bei großer Hitze wohnen, schlafen und kochen.
… und am Ende des Gartens sind das grüne Toilettenhäuschen und die Dusche mit dem Fass auf dem Dach…Im Winter, wenn beispielsweise 2m Schnee liegen, muß sich Valentina erst den Weg bis zum Toilettenhäuschen frei schaufeln.

Gegen Mittag holt uns die ehemalige Englischlehrerin zu einem Rundgang im Dorf ab. Sie erzählt uns über die Geschichte des Dorfes, über die Zeiten der Sowjetunion, wie es jetzt den Menschen geht, wie der Fortschritt kommt. Uns beeindruckt vor allem, wie trotz aller gesellschaftlicher und sozialer Widrigkeiten, trotz Verbannung, Arbeitslager, Hunger, Krieg und Not, eine kleine Gemeinschaft zusammenhalten kann. Und sie erzählt von den vielen Männern, die die Perestroika aus der Bahn geworfen hat und die sich dann dem Alkohol ergeben haben. So sind die Frauen die wahren Helden, aber sie wären schon dankbar, wenn sie sich einmal kurz anlehnen könnten.
Ein echtes sibirisches Holzhaus aus Zedernholz und Holz der Sibirischen Lärche.
Die bunten Häuser in Birjusa
Die russischen Häuser sind meist blau und grün gestrichen. Blau für den Himmel und Grün für die Natur. Ist doch der Winter lang in Sibirien, so hat man eben die Farben für die Erheiterung der Seele.
Mittagessen und Abendbrot kocht uns Valentina.Es ist stets sehr reichhaltig, mit drei Gängen, wie in Russland üblich. Das Essen ist bodenständig, alle Zutaten kommen aus dem Garten oder von den Nachbarn.
Eine kleine Fachsimpelei darüber, wie man sich mit den Gaben aus dem Garten ziemlich autark ernähren kann. Kühe und Hühner hat Valentina abgeschafft, aus Altersgründen. Aber Fleisch, Milch und Eier kann man im Dorf von den anderen Bewohnern erwerben.
Dann am Abend der Besuch in der Banja, Männer und Frauen getrennt. Zunächst war natürlich eine kleine Instruktion notwendig. Das warme Wasser kommt aus einem riesigen Badeofen, der mit Holz beheizt wird. Ab und zu gießt man Wasser auf den Ofen. Dann kommt ein großer Schwall heißer Luft in den Raum, dass es einen umwirft. Nun macht man sich eine Schüssel mit Wasser, gießt es sich über den Kopf und wäscht sich gründlich, spült alles wieder ab, immer mit der Schüssel, und legt sich dann auf die Liege (so wie in der Sauna). Dann nimmt jemand den Strauß aus Birkenreisig mit den Blättern, feuchtet ihn an und schlägt auf den Rücken, die Beine und die Füße. Es tut weh, aber man hält es aus. Nun noch schnell hinaus unter die Sommerdusche im Garten und das kalte Wasser über den Körper. Ach, ist das eine Lust (wo ist eigentlich meine Sommerdusche in Deutschland??). Als wir aus der Banja kommen sind wir wie neu geboren. Am nächsten Tag wieder ein wunderbares Frühstück und dann rüsten für den Ausflug in die Taiga. Wir können leider keine Bootstour machen, weil die Fische Schonzeit haben zum Laichen. Es geht mit den Autos zunächst am Fluss entlang, dabei machen unsere Begleiter eine Wettfahrt über Stock und Stein, durch Löcher, Wassergruben und über nicht befahrbare Wege. Schließlich finden wir einen Grillplatz direkt am Fluss. Der Tisch und die Bänke stehen für Besucher schon bereit. Braucht man also nur noch das Feuer anmachen und die eingelegten Hühnerbeine auf den Grill legen. Dazu Gemüse aller Art und Kartoffeln vom Spieß. Dann fahren wir hinauf auf den Berg und werfen einen Blick auf die Flusslandschaft, den unendlichen Wald und verinnerlichen das Bild dieses wunderschönen Fleckens Erde.
Blick vom Weissen Berg auf den Fluss Birjusa mit seinen Inseln und Krümmungen
Unsere Begleiter schlagen vor, einen kleinen Spaziergang zu machen. Die Autos werden auf einer Wiese abgestellt, das Gras geht uns bis an das Knie. Auf meine Frage, ob wir die Wanderstiefel brauchen, schaut der Begleiter nur auf seine Füsse und die stecken in Flipflop. Als wir die Autotür aufmachen, fallen die kleinen Mücken schon über uns her. Schnell haben wir die Wanderstiefel an, die langen Hosen und das Moskitonetz über dem Kopf. Mich stechen sie trotzdem mehrfach in die Ohrmuschel, und ich werde tagelang das Jucken verspüren. In Perm hatte uns unser Begleiter erzählt, dass er neulich bei seinem Freund nach einem Spaziergang im Waldpark 32 Zecken abgelesen hat. Das vergessen wir auch nicht. Unser Spaziergang entpuppt sich als ein Aufstieg auf den Weissen Berg (der Name ist vom Marmor) und eine Wanderung durch einen undurchdringlichen Wald. Ich gehe möglichst weit hinten in der Reihe, da sind dann vielleicht keine Zecken mehr im Anmarsch und man weiß auch, wohin man tritt. Es ist sehr warm an diesem Tag und die Anstrengung der Wanderung tun das ihre. An den offenen Stellen des Waldes wachsen Orchideen und Steinbrechgewächse, die gerade ihre Blütenstände schieben. Schließlich erreichen wir ausgepowert die Autos. Wir haben gerade noch zwei Stunden bis zur Abfahrt des Zuges. Das reicht für eine Dusche (das Wasser in der Banja ist noch warm), für das Abendbrot, und dann nehmen wir auch schon Abschied. Vielen Dank für den offenen Einblick in euer Leben, sagen wir. Kommt wieder im Winter, da ist der Fluß zugefroren, wir können angeln und eine deftige Banja nehmen, sagen unsere Gastgeber.

Der Zug fährt 20:45 Ortszeit, also Moskauer Zeit 15:45, man behalte den Überblick. Es ist der Zug Nr. 8, Novosibirsk-Wladiwostok. Wir halten die Hygiene aus, ist ja nur für eine Nacht. Die Technologie des Bettenbeziehens haben wir inzwischen auch gelernt. Einer steigt hoch und schüttelt das bezogene Bett nach unten.

Abenteuer Sibirien, 3. Etappe Perm – Novosibirsk – Taischet

Der Zug ab Perm geht 0:23 Uhr (Moskauer Zeit 22:23 Uhr, wir sind also schon 3 Stunden früher dran als zu Hause). Es ist Zug Nr. 68 auf der Strecke Moskau – Abakan. Man sagt, dass mit steigender Zugnummer auch die Qualität abnimmt, so ist es denn auch. Es gibt keine Biotoiletten mehr und die Toiletten werden durch den Zugbegleiter jeweils eine halbe Stunde vor der Haltestelle zu- und eine halbe Stunde nach der Haltestelle wieder aufgeschlossen. Da muss man schon genau planen und den Fahrplan kennen, besonders wenn man älter und alles schwieriger zu handhaben ist. Die Waschbecken erscheinen auch kleiner und das Besondere ist, dass das Wasser über einen Stift am Auslaufhahn zu regulieren ist, nicht über die Drehknöpfe. Also entweder Stift halten mit einer Hand und Wasser läuft raus oder eben kein Wasser. Etwas kompliziert. Andere Länder andere Sitten.
Diesmal ist es der längste Abschnitt unserer Fahrt. Die halbe Nacht, der ganze Tag und noch eine Nacht. Wir haben uns gut in Perm mit Lebensmitteln versorgt und sind den ganzen Tag bei bester Laune. Draußen fliegen die Birkenwälder vorbei, überall Wasser und Sumpf. Viele Birken sterben im Wasser. Es sieht aus wie ein Birkenfriedhof.

Die Birkenfriedhöfe und Birkenhaine werden durch kleine Häuschen unterbrochen. Die Dörfer ziehen sich direkt an der Bahnlinie entlang. Die meisten Häuser sind aus Holz und wohl schon sehr alt. Man könnte meinen, sie wären durch die Arbeiter errichtet, die die Eisenbahn bauten. Da war der Weg zum nächsten Streckenabschnitt nicht so weit. Die Phantasie schlägt Purzelbäume, wie es so war, damals. Viele Häuser verfallen. Wer will schon in Sibirien leben, wenn es von Oktober bis April schneit und -40°C gibt?

Es kommen kleine und größere Haltestellen: Wir fahren durch Jekaterinburg im Ural, benannt nach der Zarin Katharina I., der Frau Peters des Großen. Dann kommt Tjumen und Erinnerungen werden wach an die Zeit, als ich in diesem Gebiet in den Studentenbrigaden gearbeitet habe. Das Gebiet Tjumen gehört zu den reichsten Russlands aufgrund der Erdöl- und Erdgasvorkommen. Weiter geht es nach Omsk, der Millionenstadt am Zusammenfluss von Irtysch und Om. In der Wirtschaftskraft liegt Omsk gleich hinter Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg.

Tjumen, der Halt mit Erinnerung
Der Bahnhof in Omsk

An den Haltestellen können wir gern mal aussteigen, um den Bahnsteig zu besichtigen oder etwas an den kleinen Kiosken zu kaufen. Ein richtiges Plombier, das typische Eis, soll es immer sein. Oder vielleicht doch lieber Eskimo-Eis in der Schokoladenhülle für 150 Rubel? Die Zugbegleiter geben rechtzeitig bekannt, wann wir wieder einsteigen sollen.
…und wieder ein Halt…, die Zugbegleiter warten schon.

So verleben wir einen entspannten Zugtag und kommen am nächsten Morgen um 6:00 Uhr (Moskauer Zeit 2:00 Uhr) in Novosibirsk an. Dieser Halt ist im Prinzip nur wegen des Umsteigens in einen anderen Zug notwendig. Novosibirsk ist die drittgrößte Stadt Russlands und die größte in Sibirien mit über 1,5 Mio. Einwohnern. Die Stadt liegt am Fluss Ob, der dort teilweise fast einen Kilometer breit ist, und wo eine Brücke für die Transsibirische Eisenbahn den Fluss quert. Diese Brücke hat dazu geführt, dass sich der kleine Ort zu einem mächtigen Industrie- und Wissenschaftsstandort entwickelt hat.
Wir geben unser Gepäck am Bahnhof ab, der Anfang des 20. Jahrhundert erbaut, einer der größten seiner Art in Russland ist. Bis mittags haben wir Zeit, ein Café zu besuchen und die Stadt ein wenig anzusehen.
Unser nächster Zug fährt ab Novosibirsk um 12:32 Uhr (Moskauer Zeit 8:32 Uhr). Es ist Zug Nr. 44 auf der Strecke Moskau – Chabarowsk. Die Zugnummer ist zwar niedriger, aber der Qualitätsstandard ist auch am niedrigsten. Das Abteil ist noch nicht aufgeräumt und schmutzig, die Gäste sind wohl gerade ausgestiegen. Das Schlimmste ist jedoch der Halt in Krasnoyarsk in der Nacht. Ich möchte gern die Toilette benutzten, aber sie ist verschlossen, der Zug steht 40 Minuten. Schlechte Planung.
Wir sind in Taischet um 04:03 Moskauer Zeit mit nur drei Minuten Halt, bedeutet – aussteigen für acht Personen an einer Tür mit Gepäck in drei Minuten. Obwohl wir unsere Gepäckstücke bereits vorher genau neben die Tür gestellt haben, an der wir laut Zugbegleiterin aussteigen können, geht alles schief. Es ist die andere Tür, an der der Bahnsteig endet. Die Zugbegleiterin schließt daraufhin die Türen rechts und links auf und bedeutete uns, auf beiden Seiten auszusteigen und das Gepäck irgendwie hinunter zuwerfen. Fazit: Zwei Personen mit vier Koffern stehen auf dem geschotterten Zwischenraum zwischen den Gleisen, die anderen stehen auf der anderen Seite auch mit Gepäck und dazwischen der Zug. Wir können nur froh sein, dass kein weiterer Zug eingefahren ist und es nicht zur Katastrophe kam.

Abenteuer Sibirien – In Perm

Am nächsten Tag fahren wir mit einem Begleiter in einem Van in das Arbeitslager (Gulag) Perm-36. Auf dem Weg queren wir nördlich von Perm den Fluss Chusovaja, der in die Kama fließt. Die Chusovaja ist der einzige Fluß, der durch die zwei Erdteile Europa und Asien fließt. Er nimmt seinen Lauf im östlichen Ural, quert das Gebirge und endet im westlichen Ural. Im 16. Jahrhundert wurden durch den Zaren viele Ländereien an der Kama und ihren Zuflüssen Kaufmannsfamilien überlassen, beispielsweise der Stroganow-Dynastie, die der russischen Expansion nach Sibirien erheblichen Vorschub leistete. Der Kosakenführer Jermak Timofejewitsch begann von hier aus über den Fluss Chusovaja die Eroberung Sibiriens. Inzwischen ist dieser Fluss mit seinen Naturschönheiten Anziehungspunkt für vielen Touristen geworden.

Ferienhäuser am Fluss Chusovaja

Nach knapp 120 km erreichen wir das ehemalige Arbeitslager, das heute Gedenkstätte der Geschichte politischer Repressionen ist.
Im Lager Perm-36

Ein sehr engagierter junger Mann erzählt uns ausführlich über die Zeiten der Repressionen, beginnend mit den 1930-er Jahren bis 1992, und über die Entwicklungsstufen des Lagers. Zunächst wurde hier ab 1932 basierend auf den stalinistischen Säuberungen eine Arbeitsarmee mit ca. 1.000 Insassen in vier Baracken geschaffen. Das Lager wurde für Holzfällerarbeiten gegründet und das Holz auf dem Fluss über große Entfernungen geflößt. Es gab später auch Werkstätten, z. B. wurden zuletzt Kleinteile für Bügeleisen hergestellt. Nach Stalins Tod begann für das Lager eine neue Zeit. Hier saßen hochrangige Mitglieder staatlicher Organe wie der Polizei und Armee ein, die einst selbst Menschen in die Arbeitslager geschickt hatten. Diese Gefangenen erhielten Sonderrechte, einen Speisesaal, besseres Essen, eine Bibliothek und einen Kinoraum. Für sie wurde sogar eine ganz kurze Birkenallee gepflanzt, um das Gefühl der Freiheit zu vermitteln.
Die Birkenallee im Lager, ansonsten gab es keine Bäume und Sträucher, keine Vögel.

In dieser Zeit wurden die Sicherheitsmassnahmen perfektioniert, zum Schluss bestehend aus einer fünfteiligen Anlage von Zäunen unter Strom, Wänden und Hundelaufbändern. Die dritte Phase des Lagers begann um 1972 und bestand in der Verwahrung von politischen Häftlingen. Hier befanden sich Aktivisten nationaler Unabhängigkeitsbewegungen, Mitglieder der Helsinki-Gruppe u.a. Neben dem Lager des strengen Regimes hatte Perm-36 einen Sektor für das Sonderregime, das für „besonders gefährliche Staatsverbrecher“ geschaffen worden war. Heute können die Räumlichkeiten besichtigt werden, es gibt auch kleine Ausstellungen. Man kann sich selbst ein Bild machen, wieviele Menschen an diesem Ort gestorben sein müssen und was sie ertragen haben, um zu überleben. Es bleiben viele Fragen zum „Warum“ und wir waren dankbar, dass es heute möglich ist, engagiert darüber zu sprechen.
Die äußere Wand des Lagers Perm-36

Am Nachmittag gehen wir in Perm spazieren. Eine große Stadt an der Kama mit fast 1 Mio. Einwohnern. Gegründet 1723 war Perm ein bedeutendes Handelszentrum. Reich geworden ist die Stadt durch den Abbau von Kupfererzen, war Hauptsitz der Uralischen Hüttenindustrie und Zentrum der Schwerindustrie. Am Steilufer der Kama befindet sich eine Uferpromenade, da gehen die Familien noch gemeinsam spazieren, essen Eis und die Kinder spielen.

Blick auf den Fluss Kama in Perm

In der Nacht fährt unser Zug weiter gen Osten.