Die neue Apfelsorte „Joachim Gauck“

Sie ist da, die neue Apfelsorte aus Pillnitz. Groß, scharlachrot und aromatisch süßlich-sauer – das sind die Früchte. Getauft auf den Namen des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Jedermann kann nunmehr Bäume kaufen. Die ersten Bäume werden auf dem 13. Pillnitzer Apfeltag am 7. Oktober verkauft. Näheres erfahren Sie unter Pillnitzer Apfeltag

Einen bunten Herbst wünsche ich Ihnen.

Kennen Sie PiCol1?

PiCol1 ist ein neuer Säulenapfelbaum aus der Pillnitzer Obstzüchtung. Seine Mutter ist die Sorte ‚Pinova‘ und Vater war der Säulenapfel ‚Tuscan‘. PiCol1 wächst mittelstark, kompakt und säulenförmig, verzweigt sich also kaum, so dass Schnittmassnahmen nicht erforderlich sind. Die Früchte sitzen dicht am Stamm und sind sehr attraktiv. Sie reifen Anfang September. PiCol1 wächst auch im Blumenkübel und kann so ihre Terrasse oder den Balkon verschönern helfen.

Was ist ein Säulenapfel oder wie man auf Englisch sagt – Columnar Apple? Der Säulenhabitus ist genetisch bedingt. Alle wahren Säulenapfel-Sorten gehen auf eine zufällige Mutation der Apfelsorte ‚McIntosh‘ zurück, auf den Typ ‚Wijcik‘. Diese Mutante wurde Mitte der 1960er Jahre von Anthony Wijcik in British Columbia, Kanada gefunden. Sie wurde dann durch Züchter in der ganzen Welt für Kreuzzungen mit „normalen“ Sorten verwendet. Aber Vorsicht – oftmals werden im Handel auch Säulenobstbäume angeboten, die keine echten Säulenformen bilden, da wurde mit der Schere nachgeholfen.

PiCol1 können Sie übrigens ganz in der Nähe bei der Baum- und Rosenschule Müller in Oschatz http://www.baum-rosenschule-mueller.de oder auch bei der Baumschule Hermann Cordes in Holm/Holstein http://www.cordes-apfel.de erwerben.

Rhabarberzeit

Es ist Rhabarberzeit und Zeit für süße Desserts und leckere Kuchen, zu genießen auf der Terrasse an den ersten warmen Sommertagen, so wie heute. Bei mir ist es wie in jedem Jahr: das Kochbuch von 1985 „Von Apfelkartoffeln bis Zwiebelkuchen“ von Kurt Drummer, volkstümliche Gerichte aus der DDR zwischen Thüringer Wald und Lausitz, Ostsee und Erzgebirge, aus dem Regal. Da steht es auf Seite 51 – das ewig gute Rhabarberkuchenrezept. Meine Kinder fragen in jedem Jahr danach, wann es endlich soweit ist.

Und hier für alle: Den Rhabarber (600g) ungeschält gut waschen und in 3 cm lange Stücke schneiden. Das Mehl (150g) mit der Speisestärke (75g) und 1,5 TL Backpulver sieben. 150g Magazine, 150g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker schaumig rühren. 2 Eier und 1 Eigelb nach und nach abwechselnd mit dem Mehlgemisch unterrühren (hier meine Abänderung wegen Materialeinsparung – 3 Eigelb und 1 Ei) und den Teig in eine gefettete Springform füllen. Zwiebackbrösel darauf verteilen, die Rhabarberstücke daraufgeben und den Kuchen bei 160° Umluft (das ist die Anpassung an moderne Backöfen) backen. Die Eiklar (wir kommen nach meiner Anpassung auf drei Stück) mit einer Prise Salz zu steifem Schnee schlagen, zum Schluss 175g Zucker gut unterschlagen und 1 TL Zitronensaft unterrühren. Den Rhabarberkuchen nach 25 Min Backzeit herausnehmen, mit dem Eischnee abdecken und noch weitere 20 Minuten backen.

Voila, einen schönen Muttertagssonntag noch.

Die Nisperos sind reif

Kennen Sie die eiförmigen, orangefarbenen Früchte mit den braunen Flecken aus dem Supermarkt, die so gar nicht appetitlich aussehen und jetzt in die Regale kommen?
Es sind die Nisperos, zu Deutsch Japanische Wollmispel oder auf Englisch Loquat, für den Biologen Eriobotrya japonica. Die Japanische Wollmispel ist ein immergrüner Baum mit behaarten Laubblättern, dessen Früchte im April/Mai reifen. Das Fruchtfleisch ist gelblich bis orangefarben, nicht sehr fest, saftig und süßsauer. Wenn die Früchte diese unansehlichen braunen Flecke bekommen, sind sie reif und nicht schon verdorben.

Samen Nispero
Samen der Japanischen Wollmispel

Die Verwandtschaft mit dem Apfel kann man gut an den Samen erkennen. Die Japanische Wollmispel gehört zu den Rosengewächsen und innerhalb dieser Familie zum Tribus Maleae, zu dem auch der Apfel, die Quitte, die Birne, die Eberesche u. a. gehören.

Aufgeschnittene Frucht
Aufgeschnittene Frucht

Die Wollmispel kommt aus China und Japan. Sie wird in Südostasien und in vielen europäischen Ländern mit mediterranem und subtropischem Klima kultiviert.

Baum der Japanischen Wollmispel
Die Japanische Wollmispel

Man kann die Früchte roh und gekocht essen. Eine besonders leckeres Dessert ist im Video dargestellt. Man braucht Nisperos, Honig und Schlagsahne. Das Rezept stammt von meiner Cousine in Spanien.

Dessert

Nispero Dessert