Die neue Apfelsorte „Joachim Gauck“

Sie ist da, die neue Apfelsorte aus Pillnitz. Groß, scharlachrot und aromatisch süßlich-sauer – das sind die Früchte. Getauft auf den Namen des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Jedermann kann nunmehr Bäume kaufen. Die ersten Bäume werden auf dem 13. Pillnitzer Apfeltag am 7. Oktober verkauft. Näheres erfahren Sie unter Pillnitzer Apfeltag

Einen bunten Herbst wünsche ich Ihnen.

Zeit der Kraniche


Die Kraniche kommen. Jedes Jahr wiederholt sich das einzigartige Naturschauspiel, und es zieht uns nach dem Norden – Kraniche gucken und die Kraft des Lebens spüren. Sie kommen zu Tausenden aus Schweden, wo sie den Sommer verbracht haben, und machen auf dem Weg in die Winterquartiere im Süden Spaniens bei uns Rast. Eine ganze Reihe dieser Rastplätze gibt es auf der Halbinsel Fischland/Darß. Am Tag fressen sie sich satt auf den Feldern südlich der Vorpommerschen Boddenlandschaft. Besonders gut sind die liegen gebliebenen Maiskörner geeignet, Fettreserven für den langen Flug nach Süden aufzubauen. Zum Abend fliegen die Kraniche dann in Scharen zu ihren Schlafplätzen auf der Insel Kirr im Barther Bodden. Hier gibt es eine gut geeignete Aussichtsplattform westlich des Ostseeheilbades Zingst (gleich gegenüber der Netto-Kaufhalle, am Ortseingang). Besonders gut kann man sie jedoch im Nationalpark von den Plattformen am Pramort im Anflug auf die Schlafplätze sehen. Der Pramort liegt ganz im Norden der Halbinsel Zingst. Eine Aussichtsplattform erlaubt den Blick nach Osten über ein riesiges Windwatt. Mehr oder weniger von Wasser bedeckt liegt es vor den Inseln Bock und Werder. Die Kraniche stehen hier im Wasser und schlafen.
Wir haben am Kurhaus Zingst eine Exkursion „Erlebnis Kranich“ gebucht, in Begleitung einer Rangerin. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Natürlich kann man den Pramort auch allein erreichen, mit dem Fahrrad, obwohl es doch ziemlich weit ist. Aber die Erklärungen der Rangerin, das Gefahrenwerden mit der Pferdekutsche und die anderen „Sehenswürdigkeiten“ auf dem Weg zum Pramort sind es wert, sich einer kleinen Gruppe wissensdurstiger Naturliebhaber anzuschließen. Auf dem Weg haben wir die Hohe Düne erreicht. Von einer Aussichtsplattform aus kann man den besucherfreien Strand der Ostsee sehen, aus der Ferne erblickt man die Hirsche mit ihren kleinen Gruppen an Hirschkühen und vor allem hört man sie, denn es war Brunstzeit. Die Wildschweine waren in der Dämmerung auch aktiv. Auf alle Fälle ein gutes Fernglas mitnehmen!

Die Hohe Düne: Der weiße Sand türmt sich bis 14 m hoch und bildet das größte unbewaldete Dünenfeld an der Deutschen Ostseeküste.

Für alle, die es nachmachen wollen – während des Kranichzuges ist das Gebiet östlich der Nationalparkausstellung täglich ab 15 Uhr gesperrt. Es werden am Kurhaus Zingst und am Kontrollpunkt in der Sundischen Wiese 80 Karten für das Beobachten des abendlichen Kranichfluges ausgegeben. Näheres erfahren Sie auf der Internetseite Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Hier ein kleiner Eindruck: Die Kraniche fliegen zu den Schlafplätzen.
Unseren Kurzausflug an die Ostsee haben wir auch noch mit einem anderen Ereignis verbunden: einmal im Leben Gutsherrin sein, das war mein Traum. Im Schloss Pütnitz, liebevoll restauriert, gelegen im Recknitztal, ganz unmittelbar bei Ribnitz-Damgarten kann man Ferienwohnungen buchen. Die Gutsparkanlage und die Atmosphäre lassen alte Zeiten in Mecklenburg-Vorpommern wieder aufleben. Nur zu empfehlen. Hier die Internetseite: Schloss Pütnitz

Und zum Schluss unserer Reise noch ein paar Eindrücke von der Ostsee im Herbst, Graal-Müritz, Ahrenshoop, Perow sind auch um diese Zeit wunderschön und die Strände sind leer.

Abenteuer Sibirien, 7. Etappe – Die Rückreise

Am nächsten Morgen treten wir die Rückreise an, mit dem Minibus bis Irkutsk, dort einen Nacht bei Galina, dann der Flug mit Aeroflot bis Moskau und Umsteigen nach Dresden. Zwei Tage und wir sind wieder zu Hause, sechs Stunden Zeitunterschied überwindend.
Wenn wir uns auch auf den Komfort in Deutschland wieder freuen, so sind wir doch glücklich, dieses Abenteuer unternommen zu haben. Was hat es uns gebracht? Wunderschöne, unvergessliche Eindrücke über die Schönheit der Natur auf unserem Planeten, Gespür und Erfassen der Weiten Russlands und Sibiriens, Erweiterung unseres politischen und sozialen Blickfeldes und nicht zuletzt Dankbarkeit den Menschen gegenüber, die uns in Freundschaft und Vertrauen auf dieser Reise begegnet sind.

Der Schamanenfelsen im Sonnenuntergang.
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Abenteuer Sibirien – Auf der Insel Olchon

Nun sind wir auf der Insel Olchon. Es ist die größte Insel im Baikalsee, 114 km lang und 15 km breit. Zwischen der Insel und dem Festland liegt das Kleine Meer. Auf der Insel findet man eine überwältigende Vielfalt der Landschaft. Weite Steppenwiesen, Sandstrände mit Dünen, Marmorfelsen in der Ebene und steile Klippen am Meer. Die Flora wandelt sich im Verlaufe der Insel, im Südwesten findet man Lärchenwälder, im Nordosten gibt es Steppenlandschaft. Am Nordkap vereinigt sich das Kleine Meer mit dem offenen Baikalsees (das Große Meer).

Unterwegs auf der Insel. Blick auf das Festland, dazwischen das Kleine Meer.

Von Olchon aus kann man Ausflüge buchen, meistens Routen an das Nordkap oder in den Süden der Insel. Begleitet werden wir von einem einheimischen Führer, der uns auch bereitwillig in die Mythologie des Landes einweist. Es sind unzählige kleine Minibusse mit Touristen unterwegs, die die Sehenswürdigkeiten der Insel abfahren. Auf unserer Route nach Norden besuchen wir das Cap Khoboy, welches den Baikalsees überragt und an dem man die kleinen Baikalrobben sehen kann. Der Ausblick auf den Baikal ist grandios.
Das Kleine Meer
Buchten und Sandstrände auf der Insel
Beim Fischerdorf am Sandstrand, wo es ehemals einen Betrieb für Fischerverarbeitung und ein Arbeitslager gegeben hat.
Schroffe Felsen und klares Wasser
Im Süden der Insel
Zu Gast bei den Burjaten

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist jedoch der Schamanenfelsen bei Chuzir, eine heilige Stätte der Burjaten, die für Rituale genutzt wird. Dieser Felsen ist eines der Heiligtümer Asiens.
Der Schamanenfelsen und das Kleine Meer.
Am Schamanenfelsen.

Von besonderer Schönheit sind die Steppenwiesen. Es ist eine derartig große Vielfalt an üppig und bunt blühenden Pflanzen, wie man sie nur aus Steingärten kennt. Leider ist der Botaniker in mir zu gering ausgebildet worden, dass ich diese Pflanzen zuordnen könnte. Man möchte überhaupt nicht einen Fuss vor den anderen setzen, immer in Sorge darüber, dass man etwas zertritt.
Schon der Pflanzen wegen würde ich die Insel gern noch einmal besuchen, aber nur mit einem botanischen Buch in der Hand.
Wir haben auf der Insel zwei Tage verbracht, ohne An- und Abreise gerechnet. Dies ist definitiv zu wenig Zeit. Man benötigt doch etwas Freiheit, um die Insel in vollen Zügen genießen und nach der langen Reise aufatmen zu können.

Wir nehmen Abschied vom Baikal, von Sibirien und von Russland.

Abenteuer Sibirien , 6. Etappe – Auf dem Weg nach Chuzir, Insel Olchon


Mit einem Kleinbus begeben wir uns am nächsten Tag von Listwjanka auf den Weg zur Insel Olchon im Baikalsee. Zunächst halten wir am Museumsdorf Talzy und verbringen dort einige Stunden. Das Museum wurde 1966 gegründet und beherbergt historische Baudenkmäler aus dem 17. bis 19. Jahrhundert aus dem Gebiet Irkutsk.
Mehr als 30 Bauten wurden hier wiedererrichtet, ein Ewenken-Lager, burjatische Jurten, Bauern- und Kosakenhäuser, Kirchen und eine Holzfestung. Eine Besichtigung lohnt sich, vieles ist noch im Aufbau.

Bei den Kosaken zu Gast, die Küche
Bei den Kosaken zu Gast, die Gebetsecke
So baue man ein richtiges Holzhaus

Anschließend fahren wir weiter. Unser Fahrer sagt, dass es noch fünf Stunden Fahrzeit sind, da bleibt mir vor Schreck der Mund offen. Es sieht auf der Karte alles so nahe aus. Schließlich gelangen wir an die Autofähre, die kostenlos ist.

Mit der Autofähre auf die Insel Olchon
Auf der anderen Seite muß der Fahrer mit dem Kleinbus rückwärts von der Fähre herunterfahren, dass würde auch nicht jedem gelingen. Was wir für eine geschulte Spezialität an Fahrer haben, merken wir jedoch erst auf der Insel. Hier gibt es keine Asphaltstraßen mehr. Irgendwann war die Erde breit geschoben worden und so ist eine Straße entstanden, allerdings hat sie viel Verzweigungen und parallel laufende Wege. Wir hätten uns in diesem Dschungel an Wegen längst verirrt. Besonders schlimm ist, dass die Strassen ausgefahren sind und tiefe Gruben den Weg bestimmen. Wenn der Kleinbus in Schieflage kommt, dann fragt man sich, ab welchem Neigungswinkel der Bus umstürzen wird. Das Ergebnis dieser Fahrt war, dass am Ende die Automatik der Seitentür nicht mehr funktionierte und die Hecktüren nicht mehr geöffnet werden konnten. Wir übernachten im Minihotel Baikal des Reiseveranstalters Baikalterra, gelegen am Ortsrand des Dorfes Chudzir, direkt am Baikal, etwa in der Mitte der Längsachse der Insel. Dieses Minihotel ist im Jugendherbergsstil, in den letzten Jahren sicher gewachsen und hat auch kleine Bungalows. Die Zimmer sind sehr klein, unsere Dusche läuft aus, ergießt sich im Bad, der Handwerker wird gerufen, kommt nicht und nach zwei Tagen erträgt man es einfach. Das Frühstück ist karg, täglich irgendeine Kascha (Brei) von Hirse, über Hafer bis Gerste. Dazu belegte Brote auf Zuteilung. Verhungern werden wir nicht.
Auf dem Weg nach Chuzir, die Hauptstadt der Insel Olchon.
Das Minihotel Baikal

Abenteuer Sibirien, 5. Etappe – Auf der alten Baikaltrasse und Listwjanka

Heute fahren wir mit dem Touristenzug Nr. 934 um 7:45 Uhr Ortszeit vom Hauptbahnhof Irkutsk nach Sludjanka. In Sludjanka beginnt die 89 km lange, meist eingleisige Strecke der Baikalbahn, die zwischen 1902 und 1904 als Teil der Transsibirischen Eisenbahn erbaut worden war und am südwestlichen Ufer des Baikalsees entlang führte. Zahlreiche Tunnel durch Felsen und Brücken über Flüsse und Bäche mußten erichtet werden.

Tunnel an der Strecke
Aufgrund des Baus des Irkutsker Stausees 1951 ist der Wasserspiegel der Angara angestiegen, der ehemalige Streckenabschnitt mußte stillgelegt und die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn verlegt werden. Heute kann man etwa 7 km mit einem Touristenzug befahren und 39 Tunnel ansehen. In Sludjanka findet an unserem Zug ein Lokwechsel statt, anstelle der Elektrolok wurden zwei Dampfloks vorgespannt.
Die Elektrolok wird auf der alten Streckenführung durch zwei Dampfloks ausgetauscht.
Der Bahnhof in Sludjanka ist vollständig aus Marmorblöcken gebaut.
Ab hier fährt dann der Zug auf der alten Baikaltrasse entlang, manchmal direkt am Ufer. Der Zug hält mehrmals zum Aussteigen und Besichtigen der alten Streckenführung. Die Reiseleiterin erklärt uns die historischen Hintergründe und den Bau der Trasse, der Tunnel und Galerien. Die Fahrt endet in Port Baikal um 19:30 Uhr. Es ist eine erlebnisreiche Zugfahrt mit vielen Ausblicken auf wunderschöne Natur.
An der Trasse wurden Tunnel in den Berg gebaut und das Wasser wird in den See abgeleitet.
Was die Dorfbewohner an der Baikaltrasse verkaufen: Zedernzapfen und -kerne sowie Omul, den traditionellen Fisch aus dem Baikal

In Port Baikal nehmen wir das Fährschiff, um den Angara-Abluß zu queren. Kennen Sie die Legende? Angara, die einzige und schöne Tochter des Vater Baikal verliebte sich in den Jüngling Jenissei und flüchtete zu ihm. Der Vater warf ihr aus Zorn einen großen Felsbrocken nach, der bei Listwjanka als Schamanenstein aus dem Wasser ragt und die Grenze zwischen Baikal und Angara markiert. Mit ihrem Geliebten, dem Jenissei, vereinigt sich die Angara nördlich von Krasnoyarsk und bis dahin bildet sie mehrere Stauseen, die größten bei Irkutsk und Bratsk. Söhne, das heißt Zuflüsse, hat der Baikal mehr als 300. Wir nehmen Quartier in Sasha’s Guesthouse in Listwjanka. Es ist ein kleines Hotel, neu gebaut, mit Ausstattung im europäischen Standard und sehr freundlichem Personal. Die Küche ist auch super. Wir genießen die kurze Zeit. Listwjanka selbst ist ein kleiner Touristenort, der weiter ausgebaut werden soll. Für alle Nachmacher: In Listwjanka sollte man einen Tag länger bleiben, vielleicht auch mehr.

Die Unterkunft in Sasha’s Guesthouse in Listwjanka
Omul überbacken mit Käse – ein Gedicht